Vertraute Fragen

- Hört die Person zu, ohne zu urteilen?

- Werden Informationen vertraulich behandelt?

- Interessiert sie sich auch für dich?

- Respektiert die andere Person ein „Nein“?

- Ist der Kontakt gegenseitig?

Neue Freundschaften zu schließen kann beängstigend sein, wenn ein großer Teil deines sozialen Lebens innerhalb der Glaubensgemeinschaft stattgefunden hat. Vielleicht bist du es gewohnt, dass Freundschaften fast von selbst entstanden sind, weil du dieselben Zusammenkünfte besucht, dieselben Aktivitäten gemacht und dieselben Überzeugungen geteilt hast.

Außerhalb dieses Umfelds funktioniert Freundschaft oft anders. Das heißt nicht, dass du darin nicht gut bist. Vielleicht musst du nur erst neu entdecken, wie es geht.

Fang nicht mit dem Druck an, einen besten Freund zu finden

Wenn du viele Kontakte verloren hast, kann das Bedürfnis nach einer engen Freundschaft groß sein. Dadurch kann sich jede neue Begegnung so anfühlen, als müsse sie sofort etwas Besonderes werden.

Das setzt dich selbst und die andere Person unter großen Druck.

Versuche zunächst, nach Folgendem zu suchen:

  • jemandem, mit dem du ab und zu einen Kaffee trinken kannst;

  • jemandem, mit dem du ein Hobby teilst;

  • einer Kollegin oder einem Kollegen, mit dem du gemeinsam Mittag essen kannst;

  • einem Nachbarn, mit dem du spazieren gehst;

  • jemandem, den du regelmäßig am selben Ort triffst.

Eine enge Freundschaft kann sich daraus später entwickeln.

Suche Orte, an denen du Menschen wiederholt siehst

Freundschaft entsteht oft durch drei Dinge:

  1. regelmäßigen Kontakt;

  2. gemeinsame Interessen;

  3. langsam wachsendes Vertrauen.

Eine einmalige Veranstaltung kann schön sein, aber eine wiederkehrende Aktivität bietet mehr Chancen für eine echte Verbindung.

Denk zum Beispiel an:

  • Mannschaftssport oder Gruppenunterricht;

  • ehrenamtliche Arbeit;

  • Brettspielabende;

  • Wander- oder Laufgruppen;

  • Sprachkurse;

  • kreative Kurse;

  • Musikgruppen;

  • Nachbarschaftsinitiativen;

  • Elternaktivitäten in der Schule;

  • Selbsthilfegruppen.

Wähle etwas, das du an sich schon ein Stück weit interessant findest. Dann ist die Aktivität auch wertvoll, wenn nicht sofort eine Freundschaft entsteht.

Zeig Interesse, aber erzähl nicht gleich alles

Wenn du lange kaum sichere Gesprächspartner hattest, kann es verlockend sein, einem neuen Kontakt direkt deine ganze Geschichte zu erzählen. Das ist verständlich, kann sich im Nachhinein aber verletzlich anfühlen.

Teile persönliche Informationen Schritt für Schritt. Achte darauf, wie die andere Person reagiert:

    Vertrauen muss nicht sofort gegeben werden. Es darf sich verdient werden.

    Kleine Einladungen funktionieren oft besser

    Du musst keinen großen Plan machen. Sag zum Beispiel:

    • „Wollen wir nach dem Kurs mal einen Kaffee trinken?“

    • „Ich gehe am Samstag spazieren. Hast du Lust mitzukommen?“

    • „Wollen wir uns demnächst mal zum Mittagessen treffen?“

    • „Ich fand unser Gespräch schön. Wollen wir Nummern austauschen?“

    Eine Absage bedeutet nicht automatisch, dass die Person dich nicht mag. Menschen können beschäftigt sein, andere soziale Gewohnheiten haben oder bereits viele Verpflichtungen haben.

    Versuche nicht, eine Freundschaft allein daran zu messen, wie schnell jemand antwortet.

    Lerne, mit Unterschieden umzugehen

    Innerhalb einer geschlossenen Gemeinschaft können viele Regeln, Normen und Überzeugungen geteilt werden. Außerhalb dieses Umfelds triffst du auf Menschen, die ganz anders denken.

    Eine gesunde Freundschaft setzt nicht voraus, dass ihr in allem einer Meinung seid. Wichtiger sind:

    • gegenseitiger Respekt;

    • Ehrlichkeit;

    • Zuverlässigkeit;

    • Raum für Unterschiede;

    • Interesse aneinander;

    • die Freiheit, Grenzen zu setzen.

    Du musst niemanden überzeugen und dich auch nicht verbiegen, um akzeptiert zu werden.

    Online-Kontakt kann ein Zwischenschritt sein

    Online-Austausch mit Gleichbetroffenen kann helfen, wenn du dich in sozialen Situationen noch unsicher fühlst. Dort kannst du Wiedererkennung finden, Fragen stellen und merken, dass du nicht allein bist.

    Bleib dabei dennoch vorsichtig mit personenbezogenen Daten. Baue Vertrauen langsam auf und verabrede dich für ein erstes Treffen an einem öffentlichen Ort.

    Mach Ablehnung nicht zu einem Urteil über dich selbst

    Nicht jeder Kontakt entwickelt sich zu einer Freundschaft. Das gilt für alle.

    Es kann besonders weh tun, wenn du bereits von Familie oder früheren Freunden abgelehnt wurdest. Dann kann eine unbeantwortete Nachricht sich wie ein Beweis anfühlen, dass dich niemand will.

    Versuche, es weiter zu fassen: Freundschaft ist zum Teil eine Frage von Timing, Verfügbarkeit und gegenseitiger Chemie. Ein einzelner Kontakt sagt nichts Endgültiges über deinen Wert aus.

    Zum Schluss

    Neue Freunde zu finden ist kein Test, den du bestehen musst. Es ist ein Prozess des Kennenlernens, Ausprobierens, Enttäuschtwerdens, erneuten Versuchens und langsamen Entdeckens, bei wem du du selbst sein kannst.

    Fang klein an. Suche dir feste Orte. Zeige Interesse. Gib Vertrauen Zeit.

    Du musst nicht sofort ein neues soziales Leben haben. Ein sicherer Kontakt ist schon ein Anfang.